Cloverleaf - Cloverleaf
Cloverleaf - Cloverleaf
Es hat lange gedauert, beinahe endlos lange. Dabei waren sie schon vor einiger Zeit das erste mal im Studio um ihre CD aufzunehmen. Sogar im renommierten Tucan Studio, in dem Größen wie Clueso ihre Meisterwerke produzierten. Doch es spricht für den Anspruch einer Band - dieser Band - dass sie sich nicht von verheißungsvollen Namen irreleiten lassen. Die Ergebnisse entsprachen nicht den Vorstellungen, so wurde der geplante Release erneut verschoben. Die verkaufsfreie Zeit wurde gut genutzt. Sowohl für Live-Auftritte als auch um sich Musikalisch weiter zu entwickeln, sich gar etwas neu zu erfinden. Es wurde mehr Wert auf den Klang gelegt als auf schieren, brachialen Krach. Weg vom rebellischen, von Punkeinflüssen geprägten, juvenilen Sound, ohne dabei jedoch zu verweichlichen und im allgemeinen Einheits-Radiobrei unterzugehen. Kurzum, man ist erwachsener geworden, ohne mit seinen Idealen zu brechen. Die Texte blieben. Was bei dieser evolutionären Weiterentwicklung rausspringt ist eine EP, die Lust auf mehr macht. Lust auf Meer? - Auch das. Denn das Cover mag von der tristen und und monochromen Jahreszeit erzählen, die Musik spiegelt es nicht wider. Zu klangvoll und auf eine energische Weise gelassen präsentieren sich die vier auf ihrem Debüt. Und vor allem klimaunabhängig und authentisch. Auch ehrlich könnte ein passendes Adjektiv sein, dass durchaus zutrifft. Es gibt sicherlich lyrisch anspruchsvollere Texte aber in Zeiten von idealisierter Selbstdarstellung und vulgärer Verkommenheit ist es regelrecht erfrischend nicht zensierungsbedürftige Texte zu hören, die auf eine niveauvolle Art und Weise auch ungezügelte Elemente enthalten. Kein kryptisch, geschwollener Indiemüll - eher gerader, allgemein verständlicher Bezug. Rock, mit klassischem Gitarrensolo und modernem Beat. Gediegene Singer/Songwriter-Atmosphäre mit durchaus mitreißenden Elementen. Die Grenzen verwischend den eigenen Stil verwirklichen. Musik, die keine Deckelung braucht und auch bei offenem Verdeck Spaß macht. Ein Album, dass auf große Namen pfeift und erst dann für die Massen bereit steht, wenn es den eigenen Ansprüchen genügt. Auch wenn es dadurch deutlich mehr an Eigeninitiative bedarf. Man darf durchaus den Hut ziehen vor der Leistung...vorausgesetzt auf die sechs veröffentlichten Tracks folgen - dieses Mal wirklich zeitnah - noch einige mehr.
Mittwoch, 24. März 2010
Jean-Félix